Wer auf natürliche Weise kein Kind zeugen kann, sucht oft erst spät Hilfe beim Fertilitätsmediziner – und verschweigt dies. Denn künstliche Befruchtung ist mit Scham besetzt. Auch in der Politik gilt: Nur nicht an das heikle Thema rühren! Das deutsche Embryonenschutzgesetz, eines der strengsten der Welt, stammt von 1990, quasi aus dem Mittelalter der Reproduktionsmedizin. Schon damals blieb aus politischer Uneinigkeit Wichtiges ungeregelt. Seitdem hat sich die Medizin rasch entwickelt. Heute stehen neue Techniken bereit, um unfreiwillig Kinderlosen zu helfen oder um schwerwiegende Erbkrankheiten im Vorfeld festzustellen.